Laotische Ärzte im Operationssaal

Stipendien für medizinisches Fachpersonal in Laos

Finanzielle Beiträge an individuelle Fort- und Weiterbildungen

Für junge Ärztinnen und Ärzte, die nach ihrem Studium in Provinz- und Distrikt-Spitälern arbeiten, sind fachliche Weiterbildungen oft unerschwinglich. Durch die Vergabe von Stipendien ermöglicht das Swiss Laos Hospital Project Weiterbildungen in einem Zentrumsspital, die zwischen drei Monaten und drei Jahren dauern. Diese Stipendien sind an die Bedingung geknüpft, dass die Spezialist:innen anschliessend wieder an ihr Spital zurückkehren und dort ihr neu erworbenes Wissen einsetzen.

Unser Stipendienprogramm

Das Swiss Laos Hospital Project engagiert sich für eine bessere Gesundheitsversorgung in Laos – unter anderem durch die Vergabe von Stipendien an medizinisches Fachpersonal für praxisnahe Fort- und Weiterbildungen.

Für das Fachpersonal in den Distrikt- und Provinzspitälern, wie Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachpersonen oder Hebammen, sind fachliche Fort- und Weiterbildungen oft unerschwinglich.

Unser Stipendienprogramm ermöglicht es den ausgewählten Stipendiaten, sich in einem Zentrumsspital der Provinz oder der Hauptstadt Vientiane fort- und weiterzubilden – für den Zeitraum von drei Monaten (Fortbildungen in z.B. Ultraschalldiagnostik, Anästhesie oder Diabetologie) bis zu drei Jahren (Facharztweiterbildungen).

Diese Stipendien sind an die Verpflichtung zur Rückkehr geknüpft: Die Spezialistinnen und Spezialisten setzen ihr neu erworbenes Wissen wieder in ihrem Heimatspital ein – dort, wo es am dringendsten gebraucht wird.

Unterstützung, die wirkt

Unsere Stipendien decken einen Teil der Lebenshaltungskosten an den Ausbildungsorten, vor allem in der Hauptstadt Vientiane oder bei Aufenthalten in Thailand oder Vietnam. Oft fehlen den Teilnehmenden und deren Familien während dieser Zeit die zusätzlichen Einkünfte aus den nebenerwerblichen Tätigkeiten zu Hause, wie der Mithilfe auf der Familienfarm oder im familieneigenen Kleinbetrieb.

Mit einem monatlichen Beitrag von 200 USD helfen wir, Unterkunft und Lebensunterhalt vor Ort zu finanzieren. So wird die Fort- und Weiterbildung für die motivierten Fachkräfte erst möglich.

Beispiele aus der Praxis

Eine Ärztin möchte sich im Bereich Ultraschalldiagnostik fortbilden. Sie hat durch unser Stipendium die Möglichkeit, sich drei Monate in einem Provinzspital praktisch weiterzubilden. Die Ärztin wird die nächsten 5 Jahre in einem entlegenen Gesundheitszentrum in den Bergen arbeiten, in welchem eine Fachperson für Ultraschall für die vor Ort betreuten Schwangerschaften dringend gebraucht wird. Ein neues Ultraschallgerät, eine Spende aus Südkorea, steht zum Einsatz bereit. Bis jetzt kann keine Fachperson des Health Centers dieses Gerät bedienen.
Ausbezahltes Stipendium: insgesamt 600 USD

Ein Pflegefachmann macht eine dreimonatige Weiterbildung in Anästhesie im nächstgelegenen Provinzspital. Nach Rückkehr kann er das erworbene Wissen im neu gebauten Operationstrakt des Distriktspitals einsetzen und das Team der Anästhesie erweitern.
Ausbezahltes Stipendium: insgesamt 600 USD

Eine Facharztweiterbildung in Vientiane dauert drei Jahre. Auch hier unterstützt das SLHP mit einem monatlichen Beitrag an die erhöhten Lebenshaltungskosten in der Hauptstadt. So wurden in den letzten 6 Jahren Ärztinnen und Ärzte des Distriktspitals Muang Kham bei folgenden Facharzt-Weiterbildungen unterstützt: Innere Medizin, Notfallmedizin, Gynäkologie, Radiologie, Pädiatrie, Viszeralchirurgie und Traumatologie.
Ausbezahltes Stipendium: 2’400 USD pro Jahr

Bedingungen für die Stipendienvergabe

Alle Stipendiaten sind uns persönlich bekannt durch unsere regelmässigen Einsätze vor Ort.

Nach der Bewerbung für ein Stipendium wird mit den Kandidaten ein Interview geführt mit dem Ziel, die Motivation und Eignung einzuschätzen.

In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Spitaldirektionen wird dann über die Vergabe eines Stipendiums entschieden.

Die Stipendiaten verpflichten sich, nach der Fort-/Weiterbildung zurückzukehren und ihr Wissen durch Teachings weiterzugeben.

Bei mehrjährigen Stipendien (Facharztausbildung) treffen wir die Kandidaten regelmässig vor Ort und sie berichten einmal pro Jahr über ihre Fortschritte.

Nach der Rückkehr in ihre Heimatspitäler begleiten wir die Fachpersonen vor Ort bei der Weitergabe der erlernten Fähigkeiten und des erworbenen Wissens.

Ausgerichtete Stipendien 2015 – 2025

19 Stipendien für Ärzt:innen, 3 bis 6 Monate, Phonsavan oder Vientiane
Ultraschall Abdomen (5), Ultraschall Gynäkologie (3), Kardiologie (1), Chirurgie (1), Kleinchirurgie (1), Anästhesie (2), Pädiatrie (2), Neonatologie (1), Pädiatrie ICU (1), Ophthalmologie (1), Diabetes (1)

14 Stipendien für Facharztausbildungen, 3 Jahre, Vientiane
Innnere (1), Family Medicine (1), Notfall (1), Gynäkologie (3), Pädiatrie (1), Anästhesie (3), Chirurgie (2), ORL (1), Radiologie (1)

11 Stipendien für Nurses, 3 bis 6 Monate, Phonsavan oder Vientiane
Innere (1), Chirurgie (1), Pädiatrie (1), Pädiatrie ICU (1), Neo (3), Anästhesie (2), ICU (1), Diabetes (1)

3 Stipendien für Laborant:innen, 3 bis 12 Monate, Vientiane 

Gemeinsam Zukunft schaffen

Mit Ihrer Unterstützung ermöglichen wir engagierten Fachkräften in Laos einen entscheidenden nächsten Schritt in ihrer beruflichen Laufbahn – und stärken damit langfristig die Qualität der medizinischen Versorgung für die laotische Bevölkerung.

Übernehmen Sie eine Patenschaft!

Möchten Sie mit Ihrer Spende einer laotischen Ärztin oder einem laotischen Arzt eine Weiterbildung ermöglichen?

Gerne vermitteln wir eine entsprechende Patenschaft. Bereits mit 500 Franken ermöglichen Sie eine Weiterbildung von 3 Monaten, beispielsweise im Bereich Anästhesie, Sonografie oder Diabetologie.

Stipendiat:innen im Porträt

Dr. Syamphai Phommachan

Dr. Syamphai Phommachan

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Distriktspital Nong Het

Dr. Syamphai Phommachan wurde während ihrer 3-jährigen Facharztausbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe durch unsere Hausärzt:innen-Gruppe finanziell unterstützt. Seit dem Abschluss dieser Ausbildung ist sie wieder in ihrer Heimatstadt Nong Het im dortigen Distriktspital tätig.

Interview mit Dr. Syamphai Phommachan

Dr. Bouala

Dr. Bouala

Ärztin für Innere Medizin
Health Center Njod Liang

Seit ihrer Grundausbildung in Innerer Medizin arbeitet Dr. Bouala im Health Center Njod Liang im Kham District. Dank eines Stipendiums des SLHP konnte sie in Phonsavan eine 6-monatige Ultraschall-Weiterbildung absolvieren. Heute macht sie täglich ein Dutzend Sonografien, die ihr bei der Entscheidung helfen, ob Patient:innen in ein Spital überwiesen werden müssen.

Dr. Khamphet Souliyavong

Dr. Khamphet Souliyavong

Fachärztin für Neonatologie
Distriktspital Nong Het

Dr. Khamphet Souliyavong war nach ihrem Medizinstudium lange in der Pädiatrie tätig. Um ihr Wissen über die Betreuung von Neugeborenen zu vertiefen, absolvierte sie mit finanzieller Unterstützung des SLHP eine 6-monatige Weiterbildung in Neonatologie im Provinzspital Xieng Khouang in Phonsavan. Sie hat dort viel Erfahrung im Bereich der Ernährung, des Monitorings und der gängigen Therapien sammeln können. Heute fühlt sie sich sicher im Umgang mit den zahlreichen Neugeborenen im Distriktspital Nong Het.