Filmvorführung «Typisch Laotisch…»

Schweizer Ärzte als freiwillige Helfer in einem laotischen Spital: Wie sieht das ganz konkret aus? Und was bringt es? Markus Abegg, selbst Arzt und Mitglied des Swiss Laos Hospital Project, hat darüber einen eindrücklichen Film gemacht. Unvoreingenommen, aber nicht unkritisch, hat er einen Einsatz unserer Hausärztegruppe in der Provinz Xieng Khouang mit der Kamera begleitet. Er zeigt, was mit Direkthilfe vor Ort möglich ist, er zeigt aber auch, wo wir bei unserer Arbeit an Grenzen stossen.

Markus Abegg zeigt seinen Film «Typisch laotisch…» am Samstag, 16. Juni 2018, um 12:00 Uhr im Kino Riffraff 1 in Zürich. Die Platzzahl ist beschränkt, wir empfehlen Ihnen deshalb, den Online-Vorverkauf zu benutzen.

Das Swiss Laos Hospital Project

Wer wir sind – und was wir tun

Arzt-Visite im Distrikt-Spital Muang Kham, Laos (2014)

Gemeinsame Visite im Distriktspital von Muang Kham: Ungeheizte 8-Betten-Zimmer mit einfachsten sanitären Anlagen sind hier Standard

Unser Ziel

Das Swiss Laos Hospital Project (SLHP) ist eine medizinische Hilfsorganisation, die sich in Laos engagiert. Sie wird von Schweizer Ärztinnen und Ärzten, Hebammen, Pflegefachpersonen, Laborantinnen und Medizintechnikern getragen.

Unser Ziel ist es, die Gesundheit von Müttern und ihren Kindern in Laos zu verbessern. Insbesondere soll die Mütter- und Säuglingssterblichkeit verringert werden, welche 37 bzw. 17 Mal höher ist als in der Schweiz (Stand 2015: 58 von 1’000 Kindern unter 5 Jahren, 375 von 100’000 Müttern).

Der Fokus unserer Arbeit liegt deshalb im Bereich der Gynäkologie, der Geburtshilfe und der Neonatologie. Weitere Schwerpunkte bilden die Allgemeine Innere Medizin sowie diagnostische Methoden wie Ultraschall, Röntgen und Laboranalysen.

Das neue Mother and Newborn Hospital, Vientiane (2015)

Das neue Mother and Newborn Hospital in der Hauptstadt Vientiane setzt neue Massstäbe im laotischen Gesundheitswesen

Unsere Einsatzorte

Unser Projekt betreibt keine eigenen Gesundheitseinrichtungen, sondern kooperiert mit einem Dutzend öffentlicher Spitäler im ganzen Land.

Zentral ist die seit über 15 Jahren bestehende Zusammenarbeit mit dem Mother and Newborn Hospital in der Hauptstadt Vientiane. Dieses konnte 2015 in einen vom SLHP mitfinanzierten Neubau umziehen. Dort finden heute rund 6’500 Geburten jährlich statt, und es ist in Laos das führende Ausbildungsspital im Bereich Gynäkologie, Geburtshilfe und Neonatologie. Seit 2003 wurden zudem landesweit insgesamt sieben Neonatologie-Abteilungen aufgebaut, die jüngste wurde 2014 in Luang Nam Tha eröffnet.

Im Bereich der Allgemeinen Inneren Medizin liegt der Schwerpunkt unserer Tätigkeit in der Provinz Xieng Khouang im Nordosten des Landes. Eine Gruppe von Schweizer Hausärztinnen und -ärzten leistet seit 2008 im Distriktspital von Muang Kham jährlich vier Einsätze, seit 2014 auch im Distriktspital von Nong Het. Zudem besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Verein Spitalpartnerschaft Phonsavan (Laos) & Kantonsspital Winterthur KSW, der Einsätze von KSW-Mitarbeitenden im Xieng Khouang Province Hospital in Phonsavan organisiert.

Eine Ärztin des Swiss Laos Hospital Project im Gespräch mit einer laotischen Kollegin

Freiwillige des Swiss Laos Hospital Project arbeiten eng mit ihren laotischen Kollegen zusammen

Unsere Arbeitsweise

Bei Nothilfe-Einsätzen grosser Organisationen behandeln Schweizer Mediziner die Patienten direkt. Im Gegensatz dazu geht es bei unseren Einsätzen vorwiegend darum, unser Fachwissen an die laotischen Kollegen weiterzugeben und sie beim Patientenkontakt zu begleiten (Bedside Teaching). Mit diesem Ansatz erreichen wir, dass wir unsere lokalen Partner in die Entwicklung der Spitalstrukturen in ihrem Land einbeziehen, damit sie selbst die Verantwortung dafür übernehmen, dass das vermittelte Fachwissen angewendet wird.

Das Projekt vergibt zudem regelmässig Stipendien für drei- bis sechsmonatige Weiterbildungen, die meist in der Hauptstadt Vientiane absolviert werden. Solche Stipendien sind mit der Auflage verknüpft, dass das medizinische Fachpersonal nach der Weiterbildung in ihre Provinz- und Distriktspitäler zurückkehrt und dort das Gelernte weitervermittelt.

Reparatur eine Laborgeräts im Spital Muang Kham (2014)

Unsere Mitarbeiter sorgen auch für den Unterhalt von medizintechnischen Geräten (die oft als Materialspenden aus der Schweiz nach Laos gelangen)

Einsatz Ihrer Spendengelder

Das Swiss Laos Hospital Project basiert auf Freiwilligenarbeit. Fachpersonen, welche Einsätze in Laos leisten, erhalten lediglich einen Beitrag an die Reisekosten. Auch die Mitarbeitenden in der Schweiz sind ehrenamtlich tätig. Dadurch kommen Spendengelder – derzeit rund eine halbe Million Schweizer Franken jährlich – fast vollumfänglich den Projekten und den Menschen in Laos zu gute.

Die Spenden fliessen beispielsweise in Stipendien, in Therapien und Medikamente (falls Patienten diese nicht selbst finanzieren können), in die Anschaffung bzw. Reparatur von medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterial sowie in bauliche Massnahmen. Alle Gelder werden von Projektmitarbeitern vor Ort direkt investiert, um Korruption zu unterbinden.

Zudem verteilt das SLHP seit 2010 landesweit ein in Laos produziertes Geburtenset, das auch bei Hausgeburten (welche immer noch 60 Prozent ausmachen) eine sterile Abnabelung des Neugeborenen ermöglicht und so Infektionen verhindert.

Dr. med. Urs Lauper, Gründer des Swiss Laos Hospital Project, in der SRF Rundschau (12. Mai 2010)

Dr. med. Urs Lauper, Gründer und heutiger Ehrenpräsident des SLHP, in der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens am 12. Mai 2010

Unsere Organisation

Im Jahr 2000 durch Dr. med. Urs Lauper (ehem. Leitender Arzt an der Klinik für Geburtshilfe im Universitätsspital Zürich) gegründet und 2003 als Verein konstituiert, zählt das Swiss Laos Hospital Projekt heute knapp 100 Vereinsmitglieder. Es wird vom Spital Zollikerberg, von den Kliniken für Geburtshilfe und Neonatologie des Universitätsspitals Zürich und von der Gynäkologischen Vereinigung des Kantons Zürich unterstützt.

Spenden an unser Projekt sind in allen Kantonen von der Steuer absetzbar. Die Zewo-Zertifizierung ist in Vorbereitung.

Die strategischen und operativen Aufgaben liegen beim Vorstand, der von Prof. Dr. med. Hans Ulrich Bucher (ehem. Direktor der Klinik für Neonatologie am Universitätsspital Zürich) präsidiert wird. Den Kontakt zu den laotischen Spitälern und Behörden stellt weiterhin Urs Lauper sicher, der die Hälfte des Jahres in Laos lebt.

2015 hat das SLHP ein Memorandum of Understanding mit dem Laotischen Gesundheitsministerium unterzeichnet, welches das weitere Engagement unseres Projekts in diesem Land sicherstellt.

Die vom Swiss Laos Hospital Project mitfinanzierte Maternité im Spital Muang Kham, Laos

Die Maternité im Distriktspital von Muang Kham wurde vom Swiss Laos Hospital Project mitfinanziert

Unser Leistung

Jedes Jahr leisten rund 30 Fachpersonen aus der Schweiz etwa 40 Einsätze mit total rund 120 Einsatzwochen in Laos.

Zusätzlich wird jedes Jahr ein Containertransport mit rund 8 Tonnen Materialspenden von der Schweiz nach Laos organisiert. Auf diesem Weg konnten bisher beispielweise fast 50 noch gut funktionstüchtige Occasions-Ultraschallgeräte im ganzen Land verteilt werden. Auch Operationstische für Kaiserschnitte, Brutkästen, Infusionspumpen und Überwachungsmonitore aus Schweizer Spitälern und Arztpraxen finden so eine sinnvolle Zweitverwendung.

Das Distriktspital in Nong Het

Das Distriktspital in Nong Het im Nordosten des Landes

Über Laos

Die Demokratische Volksrepublik Laos ist ein gebirgiges Binnenland in Südostasien mit tropischem Klima. Im Vergleich zu seinen Nachbarländern (insbesondere Thailand, Vietnam und China) sind Wirtschaft und Infrastruktur noch wenig entwickelt, und auch die medizinische Versorgung ist auf einem bescheidenen Niveau.

Die 6,8 Mio. Einwohnern verteilen sich auf eine Fläche, die knapp sechs Mal so gross ist wie die Schweiz. Viele Laoten betreiben Landwirtschaft und leben in einfachsten Verhältnissen mit schwierigen hygienischen Bedingungen, oft in abgelegenen Dörfern, die nur durch Naturstrassen mit den Zentren verbunden sind.

Während des Vietnamkriegs wurde insbesondere der Nordosten des Landes durch die US-Streitkräfte massiv bombardiert; Blindgänger aus diesem Krieg fordern noch heute Tote und Verletzte.

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