Das Swiss Laos Hospital Projekt vergibt regelmässig Stipendien für die Aus- und Weiterbildung von medizinischen Fachpersonen in Laos. Gerne möchten wir Ihnen eine Stipendiatin näher vorstellen, die inzwischen ihre Ausbildung abgeschlossen hat und wieder in ihrer Heimatstadt Nong Het im dortigen Distriktsspital tätig ist. Dr. Syamphai Phommachan wurde während ihrer 3-jährigen Facharztausbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe durch unsere Hausärzt:innen-Gruppe finanziell unterstützt.

Warum hast du dich für ein Stipendium beworben?

Nach meiner Ausbildung in Allgemeinmedizin habe ich ein sechsmonatiges Training in Neonatologie absolviert. Um mein Wissen zu erweitern, plante ich zuerst, eine Facharztausbildung in Pädiatrie/Neonatologie zu machen.

Während meiner Arbeit im Spital sah ich dann aber mehrere schwangere oder gebärende Frauen sterben – dies motivierte mich schliesslich, eine Facharztausbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe zu verfolgen. Insbesondere möchte ich Schwangere betreuen, um das Risiko rund um die Geburt für sie und ihre Babys zu reduzieren.

Die Studiengebühren und die Lebenshaltungskosten in Vientiane sind allerdings so hoch, dass ich diese Ausbildung selbst nicht hätte finanzieren können.

Wie kannst du das neu gelernte Wissen einsetzen?

Ich fühle mich nun in 80 bis 90 Prozent der Fälle sicher, eine Schwangere zu evaluieren, zu beraten und zu behandeln. Ich weiss, auf welche Warnsymptome ich achten muss. Ich habe auch gelernt, wie man einen Kaiserschnitt macht – gerade heute Morgen habe ich bei einer Schwangeren ein HELLP-Syndrom diagnostiziert und dann einen Kaiserschnitt durchgeführt.

Was motivierte dich, in dein Herkunftsspital zurückzukehren?

Die hohe Mütter- und Säuglingssterblichkeit, die ich hier beobachtet habe.

Was sind weitere Pläne für die Zukunft?

Ich bin jetzt zuständig für die Betreuung von Schwangeren und Neugeborenen im Spital Nong Het. Ich habe veranlasst, dass bei jeder Schwangeren ein Screening auf Infektionen (HIV, Hepatitis B und C, Syphilis) erfolgt. Es werden ausserdem alle Frauen über Warnzeichen für möglicherweise gefährliche Erkrankungen gescreent, instruiert und beraten.

Ich würde gerne das Wissen, das ich jetzt habe, an mein Team weitergeben. Ausserdem würde ich in unserem Spital gerne weitere Behandlungen anbieten können.